Hochkarätig und international

26.06.2020 | Dieses Jahr ist anders. Dieses Jahr sehen Sie beim Theater Spektakel quasi keine Projekte auf Bühnen, dafür erleben Sie viele andere Formate: Interventionen im öffentlichen Raum, Collective Listenings auf der Wiese, eine sich fortbewegende interaktive Installation in der Stadt, eine Schiffs-Audiotour, eine Durational Opera, Utopien auf der Insel, Simulationen, eine ins Netz gezeichnete Mini-Serie, Distance DJ-Sets und Produktionen, deren Genre-Bezeichnungen noch erfunden werden müssen. Das Festival findet dieses Jahr also nicht nur am linken Seeufer statt, sondern auch in diversen Quartieren der Stadt und Sphären der Gegenwart.

Die Auswahl der Künstler*innen bleibt dabei hochkarätig und vor allem – trotz allem –international. Sie reicht von Stars wie dem Choreografen William Forsythe, der bildenden Künstlerin Shilpa Gupta oder der Band Mashrou' Leila bis zu Künstler*innen, deren Arbeiten das erste Mal am Festival zu sehen sind, etwa dem zurzeit in Kapstadt forschenden Performer und Musiker Nashilongweshipwe Mushaandja oder dem nigerianisch-amerikanischen Poeten und Performer Jaamil Olawale Kosoko. Von Theaterschaffenden wie den ZKB Preisträgerinnen Samara Hersch (2019) und Lagartijas Tiradas al Sol (2011) bis zu Künstler*innen unterschiedlicher Disziplinen, die sich zusammengefunden haben, um Arbeiten zwischen Musiktheater und Installation zu realisieren: Zu nennen wären Dorine Mokha & Elia Rediger und Rugilė Barzdžiukaitė, Vaiva Grainytė & Lina Lapelytė. Vom niederländisch-Schweizer Träger des Schweizer Grand Prix Theater Yan Duyvendak bis zur Zürcher Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Elisabeth Bronfen.

Das sind einige der Künstler*innen, die im Programm des diesjährigen Zürcher Theater Spektakels sind. Sie kommen von allen Kontinenten, aber viele von ihnen reisen dieses Jahr nicht in die Schweiz. Mit Hartnäckigkeit und Einfallsreichtum ist es gelungen, Wege zu finden, dass sie dennoch mit ihrer Kunst in Zürich präsent sein können. Wir «rekonstruieren» also für Sie einzelne Arbeiten mit Skizzen der Künstler*innen in der einen und dem Telefon in der anderen Hand. Andere Projekte erleben Sie, nachdem diese sich im Laufe der letzten Wochen in ein neues Medium transformiert haben. Für manche Produktionen haben Kooperationen zwischen lokalen Künstler*innen und entfernten Kolleg*innen eine Realisierung in Zürich möglich gemacht. Und einige Projekte finden einfach statt – fast so, als wäre nichts gewesen, oder so, als wären sie für die Zeit einer Pandemie erdacht worden.

Wir freuen uns auf überraschende Begegnungen mit internationaler Kunst – und mit Ihnen. 

Die Festivalleitung

PS: Auch wenn viele Projekte des Festivals frei zugänglich sein werden, ist Corona-bedingt oft eine Anmeldung notwendig, teils auch – wie in anderen Jahren – ein Ticket. Am 5. August beginnt der Ticketverkauf.

 

Bild auf Startseite: Szene aus Cie Yan Duyvendaks «Virus» (© Cie Yan Duyvendak)