«Nach Gaza ist es an der Zeit, anzuerkennen, dass der Versuch, die Geschichte zu vermenschlichen, gescheitert ist, und dass es keinen zweiten Versuch geben wird.» Mit diesem Zitat des italienischen Schriftstellers Franco Berardi Bifo beginnt der Künstler Aws Al-Zu-baïdy seine «physical theatre»-Performance. Der im Westjordanland aufgewachsene und in Zürich lebende Künstler befasst sich in seiner neuesten Arbeit mit der kriegerischen Gegenwart, Identität und Trauer. Die Toten werden gewaschen und in einem ritualisierten Prozessin Tücher gehüllt, um sie auf das Jenseits vorzubereiten. In «Kafan» setzt sich der Künstler mit seiner eigenen Trauer und Ohnmacht angesichts des Unfassbaren auseinanderund sucht die Verbindung zu den Opfern von Gewalt und Besatzung.