Thematischer Fokus 2026

1/8 Paul Ramírez Jonas | Public Trust | @Denise Maxwell Lensi
2/8 Fernandes Sánchez Castillo | WHITE FLAG | @Fernandes Sánchez Castillo
3/8 Michiel Vandevelde, Pankaj Tiwari und Eneas Prawdzic | Violenza 2025 | @Clara Wildberger
4/8 Ásrún Magnúsdóttir & Alexander Roberts | Teenage Songbook of Love and Sex | @Laimonas Puysis
5/8
6/8 Tamara Cubas | Multitud | @Carlos Contreras
7/8 Agnietė Lisičkinaitė & Igor Shugaleev | CLAP & SLAP | @Donatas Ališauskas
8/8 Diana Rojas-Feile | Corazón Rudo | @Maria Angelica Mejia

Demokratie und Versammlung beim Zürcher Theater Spektakel


Ohne gegenseitiges Vertrauen und ohne die Erfahrung von Gemeinschaft sind weder eine freie Gesellschaft noch eine demokratische Ordnung möglich. Darum setzen Angriffe auf Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, wie sie derzeit an vielen Orten auf der Welt geschehen, genau hier an. Abmachungen und Übereinkommen, auf denen unser politisches und soziales Zusammenleben basiert, werden aufgekündigt, der Öffentlichkeit verpflichtete Institutionen werden angegriffen, während demokratiefeindliche Parteien junge Wähler*innen in der Isolation der sozialen Netzwerke in ihren Bann ziehen.

Was würde passieren, wenn jede*r von uns ein Versprechen abgäbe, seinen*ihren Beitrag zu einer besseren Gemeinschaft zu leisten – und wir uns tatsächlich daran hielten? Was passiert, wenn wir am eigenen Körper die Energie spüren, die entsteht, wenn sich viele Menschen gemeinsam in Bewegung setzen?

Die diesjährige Ausgabe des Zürcher Theater Spektakels hat eine Reihe von Arbeiten eingeladen, die sich unter dem Motto Demokratie und Versammlung mit diesen Entwicklungen beschäftigen – und die Strategien aufzeigen, wie wir uns selbst als handelnde Subjekte in dieser Gegenwart erfahren können. Sie untersuchen rechte Narrative («Violenza 2025») und die Bedeutung von Vertrauen («Public Trust»), imaginieren eine internationale Gegenbewegung zum Autoritarismus («Allianz der letzten Demokratien»), fragen sich, wie Zusammenleben in aktuellen oder nach wie vor nachwirkenden Kriegen möglich ist («CLAP & SLAP», «Corazón Rudo») oder lassen Menschen zu Wort kommen, die ihr Leben in Krisengebieten riskieren, um anderen zu helfen («Dans la Mesure de l’Impossible»). Sie feiern auch das Begehren und die Überwindung von Scham («DI/Strauss Technique»).

Zwei Projekte dieses Jahres bringen sehr unterschiedliche Menschen unserer (Stadt-)Gesellschaft in Arbeiten internationaler Künstler*innen real zusammen: in Versammlungen von Körpern und Erfahrungen auf unseren Bühnen («Multitud», «Teenage Songbook of Love and Sex»).

In den Gesprächen bei «Talking on Water» geht es um den wichtigen Unterschied zwischen Rechtspopulismus und Faschismus (Jason Stanley) und um die Lust einiger Akteure, unsere demokratischen Strukturen zu zerschlagen (Carolin Amlinger & Oliver Nachtwey). Und schliesslich reflektieren wir in zwei Gesprächsrunden auch das Potenzial der Kunst in dieser Zeit der bedrohten Demokratie.

Was für ein Versprechen werden Sie abgeben?