Die ZKB Preise

ZKB Förderpreis CHF 30'000.-

Der Förderpreis versteht sich als Auszeichnung für eine Gruppe, einen Einzelkünstler oder eine Einzelkünstlerin aus den Bereichen Theater, Tanztheater oder Performancekunst, der/die einen innovativen und unverwechselbaren Umgang mit neuen Theaterformen pflegt. Der Preis ist dazu bestimmt, eine Gruppe oder einzelne ihrer Mitglieder bei einer geplanten Arbeit zu unterstützen. Er wird einer Aufführung zugesprochen, deren Uraufführung nicht länger als drei Jahre zurückliegt und die das freie Theaterschaffen auf besondere Weise repräsentiert. Der Förderpreis ist mit 30'000 Franken dotiert.

Die Festivalleitung nominiert aus dem Programm des Zürcher Theater Spektakels fünf bis sieben Produktionen, die den genannten Kriterien entsprechen. Bevorzugt werden Produktionen von KünstlerInnen, deren Arbeit noch nicht auf allgemeine Anerkennung stösst. Frühere Gewinner des Preises sind von einer erneuten Nominierung ausgeschlossen.

Nominationen 2017

ZKB Anerkennungspreis CHF 5000.-

Der Anerkennungspreis erlaubt eine zusätzliche Würdigung oder Förderung eines der Nominierten. Er wird einer Gruppe, einem Einzelkünstler oder einer Einzelkünstlerin für eine ausserordentliche Leistung verliehen, zum Beispiel im Bereich Choreografie, Dramaturgie, Publikumseinbezug oder Schauspielkunst. Der Anerkennungspreis ist mit 5000 Franken dotiert.

Seit der Lancierung des Programmschwerpunktes «Short Pieces» 2012 sind jeweils alle in diesem Rahmen gezeigten Produktionen für den Anerkennungspreis nominiert, sofern die KünstlerInnen nicht bereits einmal für den ZKB Anerkennungspreis nominiert waren.

Nominationen 2017

Der ZKB Publikumspreis CHF 10'000.—

Seit zwanzig Jahren ermöglicht es die Zürcher Kantonalbank, dass ausgewählte Produktionen aus dem Programm des Theater Spektakels mit zwei Preisen ausgezeichnet werden können. Die Hinweise «Nominiert für den ZKB Förderpreis» und «Nominiert für den ZKB Anerkennungspreis» sind zu verlässlichen Labels für innovative, sehenswerte Produktionen geworden, an denen sich interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer orientieren. Den Entscheid, wer PreisträgerIn wird, hat jeweils eine Fachjury getroffen. Das wird auch weiterhin so sein. Doch mit der Schaffung des neuen ZKB Publikumspreises haben auch Sie, liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer, die Möglichkeit, Ihr Urteil über die nominierten Produktionen abzugeben. Wenn Sie eine dieser Produktionen besuchen, erhalten Sie einen Stimmzettel, auf dem Sie ankreuzen können, wie Ihnen das Stück gefallen hat. Diejenige Produktion, die in der Publikumsbeurteilung am besten abschneidet, erhält den ZKB Publikumspreis in der Höhe von 10'000 Franken.

Der Publikumspreis wird zusammen mit den beiden anderen Preisen im Rahmen des Festivals verliehen. Die Preisverleihung kann über Live-Stream lverfolgt werden.

Gewinnen können beim ZKB Publikumspreis nicht nur junge, förderungswürdige KünstlerInnen, sondern auch die Teilnehmenden, unter denen drei Preise verlost werden:

  • ein ZKB Sparkonto mit einem Guthaben von CHF 1000.—
  • ein VIP-Package für zwei Personen für die Preisverleihung inkl. Vorstellungsbesuch
  • ein Gutschein für ein Nachtessen im Wert von CHF 200.— im Restaurant L’Andis am Festival

Jury 2017

Eine unabhängige Jury, bestehend aus fünf Fachpersonen, entscheidet über die Vergabe der Preise. Die Jury wird von der Festivalleitung bestimmt und von einem ihrer Mitglieder präsidiert. Diese Person übt kein Stimmrecht aus. Die Beratungen der Jury sind nicht öffentlich; begründet wird lediglich der Entscheid für die ausgezeichnete Produktion. Die Jury gibt ihre Entscheide am Sonntag, 3. September, im Rahmen einer Preisverleihungsfeier bekannt.

Mohamad Abasi | TEHERAN

(* 1977) Schauspieler, Tänzer, Choreograf, Regisseur, Filmemacher und Festivalleiter. Mohamad Abasi hat an der Kunsthochschule in Teheran Regie studiert, bevor er am Centre national de danse contemporaine in Angers eine Tanzausbildung absolvierte. 2010 gründete er in Teheran das Invisible Center of Contemporary Dance, die wichtigste Plattform für zeitgenössischen Tanz im Iran, der dort nach wie vor nicht als offizielle Kunstform akzeptiert ist. 2011 initiierte er ebenda das Tanzfestival Untimely. In den bisher sechs durchgeführten Ausgaben zeigte er die Arbeiten von Dutzenden von jungen Tänzerinnen und Tänzern aus dem Iran. Fünf dieser Solostücke wurden 2017 an die Tanztage Berlin eingeladen. Mit seinen eigenen Choreografien ist er an internationalen Festivals und Häusern präsent, unter anderem Wiener Festwochen, dem Fadjr Theater Festival in Teheran oder HAU Hebbel am Ufer Berlin.

Yohayna Gonzales | HAVANNA

(* 1983) Theaterwissenschafterin, Dramaturgin, Journalistin und Leiterin des Laboratorio Ibsen. Yohayna Gonzales hat an der Kunsthochschule ISA Theaterwissenschaften studiert und an der Universität Havanna einen Master in sozialen und politischen Wissenschaften abgelegt. Sie arbeitet als freie Kuratorin, Publizistin und Dramaturgin in verschiedenen Projekten, so hat sie unter anderem 2016 in «Documenta Sur» von Stefan Kaegi/Rimini Protokoll mitgearbeitet. Das von ihr geleitete Laboratorio Ibsen ist eine interaktive Plattform und ein Auftrittsort für Künstlerinnen und Künstler verschiedener Sparten. 2016 fand dort zum zweiten Mal die Residencia of Creation Zona Ibsen statt, die dem aufkommenden experimentellen Theater in Kuba gewidmet war.

Jessica Huber | ZÜRICH

(* 1978) Tänzerin, Choreografin und Mitglied des Performancekollektivs mercimax. Jessica Huber hat Tanz sowie Tanz- und Theaterwissenschaften am Laban Center in London und an der City University of London studiert. Danach tanzte sie unter anderem für die Kompanie des Stadttheaters St. Gallen (Leitung: Philipp Egli) und die Cie. Philippe Saire 2005 gründete sie zusammen mit der Regisseurin Karin Arnold und dem Musiker Mischa Robert das Kollektiv mercimax, das in Kollaboration mit verschiedenen KünstlerInnen performative Projekte realisiert. 2012 war mercimax mit «Die Gegenüberstellung» am Theater Spektakel zu Gast. In ihrer eigenen künstlerischen Arbeit interessiert sich Jessica Huber besonders für die Beschaffenheitf von Beziehungen und das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft.

Dorine Mokha | KISANGANI

(* 1989) Tänzer, Choreograf und Autor. Dorine Mokha hat Ökonomie und Sozialrecht in Kisangani studiert und mit einem Master abgeschlossen. Schon während seines Studium hat er sich intensiv mit Tanz und Performance beschäftigt sowieWorkshops und Masterclasses im Studio Kabako des renommierten kongolesischen Choreografen Faustin Linyekula absolviert – unter anderem bei Boyzie Cekwana, Panaibra Canda oder Ula Sickle. Seit 2011 tritt er mit eigenen choreografischen und literarischen Arbeiten auf, in denen er soziale und politische Themen aufgreift. Mokha ist assoziierter Künstler bei den Studios Kabako und Mitbegründer von ART’gument, einer Plattform für künstlerische und soziokulturelle Projekte in Kisangani.

Laurence Wagner | GENF

(* 1984) Kunsthistorikerin, Kuratorin und künstlerische Leiterin des-Théâtre de l’Usine in Genf. Laurence Wagner hat Kunstgeschichte, französische Literatur und Geschichte und Ästhetik des Film an der Universität Lausanne studiert und ihren Master in CCC – Critical Curatorial Cybermedia Studies an der HEAD, der Hochschule für Kunst und Design, in Genf gemacht. Sie hat an verschiedenen Kulturinstitutionen gearbeitet, so am Mamco in Genf, am Swiss Institute in New York und am Plateau Centre d’art contemporain in Paris. Während eines Aufenthaltes in Chile, ihrer zweiten Heimat, hat sie über den Widerstand von KünstlerInnen in der Zeit der Militärdiktatur von Pinochet recherchiert. Bevor sie 2014 die Leitung des Théâtre de L’Usine übernommen hat, war sie Mitarbeiterin bei Pro Helvetia in Zürich gewesen.

Die Idee

Es war im Vorfeld des Zürcher Theater Spektakels 1996, als der im Sommer 2009 allzu früh verstorbene Theatermann Markus Luchsinger, Mitglied der Festivalleitung von 1990 bis 2001, mit der Idee eines Förderpreises an die Zürcher Kantonalbank gelangte. Keine ehrende Anerkennung für ein Lebenswerk, keine Würdigung vollbrachter Leistungen sollte es sein. Sondern ein Förderpreis, mit dem die Produktion einer jungen, innovativen, noch unbekannten Gruppe oder eines Einzelkünstlers aus dem Festivalprogramm ausgezeichnet werden sollte. Der Preis würde jährlich im Rahmen des Festivals verliehen werden und müsste so hoch dotiert sein, dass er einen substanziellen Beitrag zu einer weiteren Produktion der Preisträger darstellte. Kurz: Es sollte ein Preis sein, der über den Tag hinaus Wirkung hat.

Die Idee fand bei den Verantwortlichen der ZKB offene Ohren, entsprach ein solcher Preis doch in geradezu idealer Weise den Grundgedanken des nachhaltigen kulturellen Engagements dieser Bank, die bereits seit mehreren Jahren das Festival als einer der drei Hauptsponsoren unterstützte. Unbürokratisch wurden Nominationskriterien und das Prozedere von Jurierung und Preisverleihung diskutiert und festgelegt, und noch im selben Jahr konnte der damals mit 20'000 (heute 30'000) Franken dotierte ZKB Förderpreis von einer hochkarätigen Fachjury erstmals verliehen werden.

Heute blicken wir mit Freude, Dankbarkeit und auch etwas Stolz zurück. Da ist zum einen die Kontinuität: Ein derart langfristiges Engagement im Kulturbereich, wie es der ZKB Förderpreis darstellt, ist alles andere als selbstverständlich und ermöglicht es der Festivalleitung, im Bereich Nachwuchsförderung eine über das aktuelle Festival hinausreichende Perspektive zu entwickeln.

Da ist zum anderen die Nachhaltigkeit: Die Liste der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger belegt eindrücklich, dass der dem Preis zugrunde liegende Fördergedanke Früchte getragen hat: Ob Stefan Pucher, 400asa, Sarah Michelson, The Living Dance Studio oder Young Jean Lee – sie alle haben das Vertrauen in ihre innovative Kraft gerechtfertigt und beeindruckten auch mit ihren Folgearbeiten. Davon konnte sich auch das Publikum überzeugen: Von den meisten dieser als förderungswürdig erachteten Künstlerinnen und Künstlern war an einem der nächsten Festivals eine weitere Produktion zu sehen.

Und da ist zum Dritten die Wirkung: Die Schaffung des Förderpreises hat zur Profilierung des Festivalprogramms beigetragen, hat sich doch der Vermerk «Nominiert für den ZKB Förderpreis» im Laufe der Jahre als eigentliches Label für spannende eigenständige Nachwuchs-Produktionen etabliert, das die Aufmerksamkeit eines interessierten Publikums auf die Arbeiten dieser noch unbekannten Künstler und Künstlerinnen lenkt. Schenken Sie also den nominierten Produktionen ein ganz besonderes Augenmerk. Sie verdienen es.

Preisverleihung 2017

Die Verleihung der ZKB Preise findet dieses Jahr am Sonntag, 3. September, statt. Stadtpräsidentin Corine Mauch und Dr. János Blum, Mitglied des Bankpräsidiums der Zürcher Kantonalbank, werden die Preise im Rahmen einer Feier übergeben. Der Anlass wird von der Schweizer Schauspielerin Tuna Beren moderiert. Neben dem Preisgeld erhalten alle Preisträger eine Bronzeskulptur des Zürcher Künstlers Max Grüter, die das Kulturengagement der Zürcher Kantonalbank symbolisiert.

Livestream der Preisverleihung auf www.theaterspektakel.ch  16.30 bis 17.30 Uhr

 

 

Bisherige PreisträgerInnen

2016

Förderpreis: Omar Abusaada & Mohammad Al Attar, Syrien: While I Was Waiting
Anerkennungspreis: Sorour Darabi, Iran: Farci.e
Publikumspreis: Gravity & Other Myths, Australien: A Simple Space

2015

Förderpreis: 600 HIGHWAYMEN, USA: Employee of the Year
Anerkennungspreis: Mallika Taneja, Indien: Thoda Dhyan Se (Be careful)

2014

Förderpreis: Flinntheater, Deutschland, Indien: Shilpa – The Indian Singer App
Anerkennungspreis: Geumhyung Jeong, Korea: CPR Practice

PreisträgerInnen 1996-2016

Eine vollständige Übersicht über die PreisträgerInnen finden Sie hier