Nicolás Lange

The Killing of the First Person

Santiago de Chile, Amsterdam

«The Killing of the First Person» hinterfragt das sprechende Ich als Zentrum von Theater und Identität. Der chilenische Autor, Regisseur und Performer Nicolás Lange verbindet Lecture Performance und zeitgenössischen Tanz zu einer poetischen Untersuchung von Sprache, Körper und Erinnerung. Ausgangspunkt ist seine Recherche zur Verfolgung homosexueller und queerer Menschen im Florenz des 15. Jahrhunderts. Die Performance sucht nach Formen des Erzählens jenseits von Bekenntnis und fester Identität – als geteilte, bewegliche und vielstimmige Sprache.

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«The Killing of the First Person» beginnt mit dem Versuch, das Ich auszulöschen. Jenes sprechende Subjekt, das sich im Theater gewöhnlich ins Licht stellt und seine eigene Geschichte erzählt. Am Anfang war das Wort – und mit ihm die erste Person, die Autorität der eigenen Stimme, der Anspruch auf Sichtbarkeit.

Nach Stationen in Florenz und einem Master am DAS Theatre in Amsterdam richtet der chilenische Autor, Regisseur und Performer Nicolás Lange seine Arbeit gegen diese Ordnung des Sprechens. Gemeinsam mit einem Tänzer eröffnet er auf der Bühne einen Raum, in dem Sprache nicht bekennt, sondern Körper verändert.

Ausgangspunkt der Performance ist seine langjährige Recherche über die Verfolgung und Verbrennung homosexueller und queerer Menschen im Florenz des späten 15. Jahrhunderts. Für Lange markieren diese Feuer den Beginn einer Gewalt, die sich bis heute fortsetzt. Was bleibt von einem Körper nach dem Feuer? Welche Sprache entsteht dort, wo jemand ausgelöscht wurde?

Zwischen Lecture Performance und zeitgenössischem Tanz entfaltet sich die Suche nach einer anderen Form des Erzählens: weg vom Bekenntnis, weg von Identität als festgeschriebener Kategorie. Die dritte Person erscheint dabei als Möglichkeit, sich dem Zugriff zu entziehen – als ein Sprechen, das geteilt, verschoben und vervielfacht wird, ein Sprechen zu anderen, durch andere hindurch.

Daten und Tickets

Vorstellungen ab heute

Barrierefreiheit

Zugänglich mit Rollstuhl Mit Untertiteln Mit induktiver Höranlage

Einfach gesagt

«The Killing of the First Person» (auf Deutsch: «Die Ermordung der ersten Person») ist ein Theaterstück, bei dem es um das «Ich» geht. Das Stück stammt von Nicolás Lange aus Chile. Er ist Autor, Regisseur und steht auch selber auf der Bühne. In dem Stück verbindet er einen Vortrag mit Theaterelementen und abstraktem Tanz.

Der Künstler hat über die Geschichte von homosexuellen Menschen geforscht. Das sind Menschen, die vom gleichen Geschlecht angezogen sind. Also zum Beispiel Männer, die andere Männer lieben . Die Recherche bezieht sich auf die Stadt Florenz in Italien im 15. Jahrhundert. Dort wurden homosexuelle Menschen verfolgt. Davon erzählt er in dem Stück.

Es geht in dem Stück auch um Identität. Identität ist, wie Menschen sich selbst oder andere sehen. Das Stück zeigt: Identität ist nicht fest. Sie kann sich verändern. Und viele Menschen können dies gemeinsam erzählen.

Inhaltliche & Sensorische Hinweise

Die Inszenierung thematisiert Homophobie und enthält Schilderungen von Gewalt und Mord im Mittelalter.
Sie enthält partielle Nacktheit (Oberkörper) sowie eine Szene, die Oralsex zwischen zwei männlichen Figuren andeutet.
Die Aufführung enthält grosse Mengen an Theaternebel, eine Szene mit Stroboskoplicht, Fenchelgeruch im Raum sowie das plötzliche Herabfallen kleiner Objekte von der Decke.

 

Künstlerische Leitung und Besetzung

Text, Konzept & RegieNicolás Lange
PerformanceNicolás Lange, Nazar Rakhmanov
SounddesignDiane Mahin
Visuals & KlavierkompositionRobin Plenio
TechnikAlec Mateo
Visuals CreditsEnrique A Gutierrez
Œil extérieurVeronika Abdul Visocka
Choreografische BeratungJana Jacuka
TutorZhana Ivanova
Externe BeratungTine Milz, Dries Verhoeven, Josefin Arnell
DokumentationPeteris Viksna
DistributionFundación Teatro a Mil Santiago de Chile
ÜbersetzungDòra Kapusta
FotoPeteris Viksna

Produktion

ProduktionFundación Teatro a Mil in Zusammenarbeit mit DAS Theatre
UnterstützungFrascati
DankL’Office national de diffusion artistique (ONDA), Ivan Cidrian, Raul Riquelme, Matías Segura, Maria Ignacia Walker, Elias Adam, Zahra Mohseni, Isidora Goncić
PremiereAugust 2026, Zürcher Theater Spektakel


Süd

Lageplan

Lecture Performance. Tanz. Queerfeindliche Gewalt. Sprache & Identität

Premiere. Nominiert für den ZKB Förderpreis

Dauer

60 Min.

Sprache

Englisch

Übertitelungen

Deutsch

Alter

Interessant ab 16 Jahren