GRUSSWORT DES STADTPRÄSIDENTEN

Liebe Leser*innen

Es ist mir eine grosse Freude, Sie zum Zürcher Theater Spektakel einzuladen. Das Festival ist ein prägender Bestandteil des kulturellen Lebens unserer Stadt – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und erleben können, wie Kunst gesellschaftliche Prozesse sichtbar und verhandelbar macht.

Im Zentrum der diesjährigen Ausgabe stehen Arbeiten über Demokratie und Versammlung – zwei Grundpfeiler unseres Zusammenlebens, die beschützt und immer wieder bewusst gestaltet werden müssen. Das Festival schafft Räume, in denen genau dies möglich wird: Räume für Austausch, für unterschiedliche Perspektiven und für die Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander leben wollen. Viele Produktionen zeigen, wie fragil demokratische Strukturen sein können, aber auch, welches Potenzial in gemeinschaftlichem Handeln liegt. Sie machen erfahrbar, dass Demokratie mehr ist als ein politisches System: Sie lebt vom Dialog, vom Zuhören und vom Engagement jeder und jedes Einzelnen. Viele Produktionen laden dazu ein, nicht nur zuzuschauen, sondern mitzudenken und sich als Teil eines grösseren Ganzen zu begreifen.

Kunst kann Gesellschaft anders verhandeln, als wir das in der Politik oder der Wissenschaft tun. Kunst kann emotionaler, greifbarer, spielerischer und imaginativer mit der Realität umgehen. Das birgt spannende Freiheiten und Potenziale, die uns in den vielen aktuellen kritischen Situationen vielleicht auch neue Möglichkeiten eröffnen können.

Ich danke allen, die dieses Festival möglich machen – den Künstler*innen, dem Festivalteam und dem Publikum, das diese Begegnungen mitträgt. Ich wünsche uns allen ein inspirierendes und verbindendes Zürcher Theater Spektakel 2026.

Raphael Golta

Grussworte Hauptpartner

Zürcher Kantonalbank

Demokratie und Gemeinschaft sind in der Schweiz kein Zufall. Unser Staat gründet nicht auf Herkunft oder gemeinsamer Sprache, sondern auf dem gemeinsamen Willen, zusammenzuleben. Dieser Wille entsteht immer wieder neu – und genau darin liegt seine Stärke. Kunst schafft Räume, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden und wir uns mit anderen Sichtweisen auseinandersetzen können. Das Zürcher Theater Spektakel steht seit Jahrzehnten für diesen offenen Austausch: für Produktionen, die herausfordern, zum Widerspruch anregen und den Blick weiten. 

Als Bank mit demokratischem Fundament und öffentlichem Auftrag erfüllen wir mit über 400 Engagements im Kanton Zürich unseren Leistungsauftrag dort, wo Gesellschaft entsteht – auf der Bühne, im Dialog, im gemeinsamen Erleben sowie für eine nachhaltige Umwelt und eine starke Volkswirtschaft. 

Deshalb engagieren wir uns seit über dreissig Jahren für dieses Festival und die Menschen, die es prägen. Mit den ZKB Preisen fördern wir zudem junge Talente, deren kreative Arbeit wichtige gesellschaftliche Impulse setzen. Ich wünsche Ihnen Vorstellungen, die herausfordern, berühren und vielleicht auch irritieren – genau so, wie es für eine lebendige Demokratie notwendig ist.

Mark Roth
Mitglied des Bankpräsidiums

Swiss Re

Jeden August wird die Landiwiese durch das Zürcher Theater Spektakel zu einem lebendigen Ort der Begegnung am See – eine temporäre Stadt voller Geschichten, Klänge und Ideen. Oft als «fünfte Jahreszeit» Zürichs bezeichnet, bringen diese Sommertage eine besondere Dynamik in die Stadt und laden dazu ein, das Vertraute neu zu entdecken.

In einer Zeit, die von geopolitischen Spannungen und wachsender Polarisierung geprägt ist, sind Orte des Austauschs wichtiger denn je. Wenn Menschen aus unterschiedlichen Kulturen als Kunstschaffende und Publikum zusammenkommen, wird erlebbar, dass Dialog möglich ist.

Bei Swiss Re setzen wir uns dafür ein, Gesellschaften widerstandsfähiger zu machen. Mit Mitarbeitenden aus 125 Nationen erleben wir täglich, wie Vielfalt den Blick schärft und zu durchdachten Lösungen beiträgt. Das Zürcher Theater Spektakel verkörpert diesen Ansatz auf besondere Weise: Es schafft Raum für Begegnung, regt zum Perspektivenwechsel an und eröffnet neue Blickwinkel über kulturelle Grenzen hinweg.

Ich wünsche Ihnen inspirierende Aufführungen, eindrucksvolle Momente und viele bereichernde Begegnungen auf der Landiwiese.

Gianfranco Lot
Swiss Re Country President Switzerland

Kanton Zürich, Fachstelle Kultur

Vor bald 250 Jahren hat Friedrich Schiller in einer Rede gesagt, das Theater sei mehr als «blosse Unterhaltung». Es sei «eine moralische Anstalt». Nichts gegen gute Unterhaltung – ich freue mich, dass ich am Theater Spektakel solche erleben darf. Ich freue mich aber ebenso, dass sich das Theater Spektakel – ganz in Schillers Sinn – nicht mit dem Unterhalten zufriedengibt. 

Theater ist mehr – und ist deshalb gerade in anspruchsvollen Zeiten so wichtig. Wir erleben derzeit, wie Werte erodieren, wie vermeintlich stabile Regeln des Zusammenlebens plötzlich nicht mehr gelten, wie Anstand und Rücksicht zu Sinnbildern von Schwäche werden. Diese Entwicklung bedroht unsere Zivilisation. Umso wichtiger ist Gegenwehr – und diese liegt im Wesen des Theaters. Denn Schiller hat Recht: Das Theater ist eine moralische Anstalt. Es führt dem Publikum die menschliche Natur vor, und zwar in exemplarischer Deutlichkeit. Es spiegelt unser Verhalten und seine Folgen und schärft so unsere ethische und moralische Sensibilität. 

Gutes Theater berührt, weil es uns in die menschliche Seele und ihre Abgründe blicken lässt. Ich wünsche dem Theater Spektakel viel Erfolg und viel Publikum und bin gespannt auf die Ausgabe 2026.

Jacqueline Fehr 
Regierungsrätin

Tages-Anzeiger

Das Zürcher Theater Spektakel ist weit mehr als ein Festival – es ist ein lebendiger Ort, an dem sich Neugier, künstlerischer Mut und gesellschaftlicher Dialog begegnen. Hier entstehen Perspektiven, die uns fordern, überraschen und verbinden. Eine offene Gesellschaft braucht Räume, in denen Geschichten erzählt, Grenzen hinterfragt und neue Blickwinkel erprobt werden. 

Das Theater Spektakel schafft genau solche Räume – mitten in unserer Stadt und mitten in unserer Zeit. Mich beeindruckt die Vielfalt der Stimmen und Formen, die hier zusammenfinden, und die Selbstverständlichkeit, mit der das Publikum Teil dieses Austauschs wird. Kunst wird hier nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam erlebt.

Ich danke allen, die dieses Festival möglich machen, und wünsche Ihnen inspirierende Begegnungen, anregende Abende und viele Momente, die nachhallen.

Dr. Pietro Supino
Verleger des Tages-Anzeigers und Verwaltungsratspräsident der TX Group