Vlatka Horvat & Tim Etchells

Not Standing in Place

Hier steht einiges nicht an Ort und Stelle, ist da und gleichzeitig auch nicht. Während dieser seltsamen Zeit – im zweiten Jahr der Pandemie, ein Jahr nach den grossen Black-Lives-Matter-Protesten, in einem weiteren Jahr der ausufernden Klimakrise – denken wir viel über Veränderung und Stillstand nach. Es ist eine paradoxe Zeit: Obwohl sich einiges ändert, nimmt immer noch zu vieles einen Platz ein, der nie dafür hätte eingeräumt werden sollen.

Die bildende Künstlerin Vlatka Horvat und der Theatermacher Tim Etchells haben internationale Künstler*innen eingeladen, sich Gedanken zu Monumenten zu machen – zu Dingen, die sie hervorheben wollen. Neue Monumente. Dinge, die – zwischenzeitlich – an Ort und Stelle stehen.

Aus diesem Prozess sind 14 imaginierte Monumente entstanden, die während der Dauer des Theater Spektakels auf der Landiwiese stehen. Diese Monumente erinnern uns daran – mal einfach, mal komplex, mal provokativ, mal humorvoll –, dass wir in einer schwierigen Zeit leben, in der es noch viel zu tun gibt.

In ihrer Arbeit untersucht Horvat die Beziehungen zwischen Menschen, Objekten und physischem Raum. Mit Installationen, Zeichnungen, Fotografien, Interventionen und Performances deutet sie oft auf Dinge, die nicht zu sehen sind und nur in der Vorstellungskraft der Zuschauenden entstehen. So etwa «Monuments» (2018). Die poetische Bildstrecke zeigt die Hand der Künstlerin, die alltägliche Materialien hält. Etchells ist ein Künstler, den eine lange Geschichte mit dem Theater Spektakel verbindet. Jüngst realisierte er eine grossformatige Installation auf der Landiwiese (2020) und zeigte mit Forced Entertainment die 36 Stücke Shakespeares innert acht Tagen (2018). In einem der regelmässigen Gespräche mit der Festivalleitung seit Beginn der Pandemie meinte er: «Vlatka und ich haben uns darüber unterhalten, Künstler*innen zu bitten, neue Monumente für das Jetzt zu imaginieren.»

Einen Ausgangspunkt unseres Nachdenkens über Monumente bildet die Frage, welchen Dingen wir im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit schenken wollen. Wer ist dieses Wir? Worauf verständigen wir uns? Worauf wollen Künstler*innen unsere Aufmerksamkeit lenken? Auf welche Erfahrungen wollen sie im öffentlichen Raum hinweisen?

Die von Horvat und Etchells eingeladenen Künstler*innen haben andere Monumente geschaffen, Interventionen in Form von Flaggen, Plakatwänden und anderen Strukturen, auf denen Texte geschrieben stehen. Die Arbeiten reichen von persönlichen Erfahrungen über vergessene oder marginalisierte Geschichten bis zu fiktiven Ereignissen. Da und gleichzeitig auch nicht da manifestieren sich diese Monumente in der Sprache und in der Vorstellungskraft der Leute vor Ort.

Vielleicht entsteht so auf der Landiwiese ein Moment, in dem wir gemeinsam nachdenken – weniger über eine vermeintliche Normalität, in die wir zurückkehren, als über neue Werte und Möglichkeiten, die vor uns liegen. (mvh)

Künstlerische Leitung und Besetzung

Fotos«Monuments» (2018) von Vlatka Horvat. Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin

Landiwiese

Lageplan

Installation, Unwirkliche und imaginierte Monumente

Erstpräsentation, Koproduktion

Zugänglichkeit

Zugänglich mit Rollstuhl

Dank

Die Präsentation am Zürcher Theater Spektakel wird durch die Fachstelle Kultur des Kantons Zürich, die Ernst Göhner Stiftung und die Max Kohler Stiftung unterstützt

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Vorstellungen

Vorstellungen ab heute
  • Do 19.08. Zugang frei 
  • Fr 20.08. Zugang frei 
  • Sa 21.08. Zugang frei 
  • So 22.08. Zugang frei 
  • Mo 23.08. Zugang frei 
  • Di 24.08. Zugang frei 
  • Mi 25.08. Zugang frei 
  • Do 26.08. Zugang frei 
  • Fr 27.08. Zugang frei 
  • Sa 28.08. Zugang frei 
  • So 29.08. Zugang frei 
  • Mo 30.08. Zugang frei 
  • Di 31.08. Zugang frei 
  • Mi 01.09. Zugang frei 
  • Do 02.09. Zugang frei 
  • Fr 03.09. Zugang frei 
  • Sa 04.09. Zugang frei 
  • So 05.09. Zugang frei 

Spielplan