TALKING ON WATER

Vorträge von Achille Mbembe und Felwine Sarr

Kamerun  / Senegal

Das Spektakel präsentiert seit vielen Jahren Kunst aus dem globalen Süden. Viele der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler thematisieren in ihren Stücken gesellschaftliche oder geopolitische Konflikte, welche direkt oder indirekt mit einer langen Geschichte der Kolonialisierung verbunden sind. Es erscheint immer zwingender, sich mit den Folgen der Kolonialzeit für das europäische Weltbild auseinanderzusetzen, auch in Ländern mit nur mittelbarer Kolonialgeschichte. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, den künstlerischen Auseinandersetzungen im Festival auch führende Stimmen des postkolonialen Diskurses zur Seite zu stellen.

Achille Mbembe: The idea of a borderless world

Am Sonntag, 19. August, sprechen zwei globale Denker aus Afrika: Der Kameruner Politologe Achille Mbembe hat in mehreren Büchern den Rassismus und die kolonialen Wurzeln des heutigen Kapitalismus beschrieben. Er gilt als einer der wichtigsten Vordenker des Postkolonialismus und wird in Zürich über die sich wandelnden Rollen von Grenzen heutzutage sprechen und ausführen, was der Umgang mit Migration über die Zukunft liberaler Demokratien sagt.

Felwine Sarr: For an ecology of knowledge

Der senegalesische Autor und Ökonom Felwine Sarr hat das Manifest «Afrotopia» veröffentlicht (erscheint im November bei Matthes-Seitz auf Deutsch) und wurde kürzlich vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit der Aufgabe betraut, eine Strategie für die Restitution afrikanischer Kunst zu entwickeln. Er plädiert für einen neuen Umgang mit Wissen und wird die globale Chance beschreiben, die besteht, wenn Europa und Afrika unter anderem in diesem Bereich voneinander lernen.

Die Gespräche nach den Vorträgen werden moderiert vom indisch-schweizerischen Ethnologen Rohit Jain.

Am Sonntag, 26. August, beschäftigt sich die indische Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan mit dem ambivalenten Konzept der Weltbürgerschaft, der medialen Darstellung von Migration und der Frage, was eine globale Zivilgesellschaft trotz ihrer kolonial bedingten Ungleichheit heute für eine gerechtere Welt tun kann. Mehr dazu

 

Die indische Politikwissenschaftlerin Nikita Dhawan war Leiterin des Forschungszentrums für postkoloniale Studien an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt und ist jetzt Professorin für politische Theorie an der Universität Innsbruck. Am Sonntag, 26. August, beschäftigt sie sich mit dem ambivalenten Konzept der Weltbürgerschaft, der medialen Darstellung von Migration und der Frage, was eine globale Zivilgesellschaft trotz ihrer kolonial bedingten Ungleichheit heute für eine gerechtere Welt tun kann. Das Gespräch nach dem Vortrag wird moderiert vom indisch-schweizerischen Ethnologen Rohit Jain. (mvh)
(mvh)

Produktion

Fotos Franz Kimmel (Achille Mbembe), Antoine Tempé (Felwine Sarr)

Seebühne

Lageplan

DISKURS

Dauer

ca. 90 Min.

Sprache

Englisch, mit deutscher Simultanübersetzung

Ein inklusiver Anlass

Zugänglich mit Rollstuhl

Hinweis

Bei sehr schlechter Witterung oder Sturm muss die Vorstellung abgesagt werden. Auskunft über Durchführung spätestens zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn auf Facebook und theaterspektakel.ch.

Links

Vorstellungen

Vorstellungen ab heute
  • So 19.08. 17:00 - 18:30 Eintritt frei

Spielplan