Mohammad Al Attar

Aleppo. A Portrait of Absence

Syrien  / Deutschland

Was bleibt von einer Stadt, wenn wir gezwungen sind, sie zu verlassen? Der syrische Autor Mohammad Al Attar, der heute im Berliner Exil lebt, sagt: «Was bleibt, sind die Geschichten.» Erinnerungen an Erlebtes, an Verlorenes, all die Träume und Hoffnungen, die wir mit einem Ort verbinden, formen für ihn die eigentliche Topografie einer Stadt. Ausgehend von diesem Gedanken hat er für seine jüngste Arbeit Menschen, die im syrischen Aleppo gelebt haben und es verlassen mussten, nach ihrem Lieblingsort dort gefragt. In Eins-zu-eins-Performances erzählt jeweils ein Schauspieler oder eine Schauspielerin einem gegenübersitzenden Zuschauer eine dieser aufgezeichneten Geschichten. Nichts lenkt ab, keine Bilder, keine Musik, keine Bewegung. Und vor dem inneren Auge des Hörenden entstehen Bilder, eigene Bilder von Orten, die sich mit Leben füllen, obwohl es sie vielleicht gar nicht mehr gibt. (esc)

Mehr lesen

Was bleibt von einer Stadt, wenn wir gezwungen sind, sie zu verlassen, zu fliehen, ins Exil zu gehen? Wenn Orte, die wir lieben, zerstört werden, geschlossen, besetzt, enteignet? Der syrische Autor Mohammad Al Attar, der seine Heimatstadt Damaskus verlassen musste und heute im Berliner Exil lebt, sagt: «Was bleibt sind die Geschichten.» Nicht die Geschichten in den Medien, nicht die auf Betroffenheit abzielenden Dokumentationen und nicht die nüchternen Analysen, die den Krieg und die Zerstörung in Zahlen, Fakten und Frontverläufe fassen. Es sind die kleinen, persönlichen Geschichten, die bleiben, die Erinnerungen an Erlebtes, an Verlorenes, all die Träume, Wünsche und Hoffnungen, die ein Mensch mit seiner Stadt verbindet. Für Mohammad Al Attar formen diese Geschichten und Erinnerungen die eigentliche Topografie einer Stadt. Ausgehend von diesem Gedanken hat er für seine jüngste Arbeit mit verschiedenen Menschen, die im syrischen Aleppo gelebt haben und es verlassen mussten, gesprochen und sie nach ihrem Lieblingsort in der Stadt gefragt. Aleppo, eine der ältesten Städte der Welt, wo von 2012 bis 2016 der Bürgerkrieg tobte und die zu grossen Teilen zerstört ist, steht für Al Attar stellvertretend für Aufstieg und Niederschlagung der syrischen Revolution. Zehn dieser individuellen Geschichten bilden nun den Korpus seines «Portrait of Absence». Wie bereits in «While I Was Waiting», das 2016 am Theater Spektakel zu sehen war und mit dem ZKB Förderpreis ausgezeichnet wurde, gelingt es Al Attar auch in seiner jüngsten Arbeit, die politische Dringlichkeit der Ereignisse in Syrien ästhetisch so aufzugreifen, dass sie über die konkrete zeitliche und geografische Verortung hinausweisen. Geschickt umgeht er auch diesmal die Falle, einer «Sprache des Verlusts» anheimzufallen. Sein Ziel ist es nicht, mit Testimonials «emotionale Betroffenheit» auszulösen. Als herausragendem Autor und politischem Chronist geht es ihm nicht zuletzt darum, zu zeigen, was Sprache vermag. Dafür hat er in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Regisseur Omar Abusaada und der Bühnenbildnerin Bissane Al Charif ein spezielles Bühnensetting geschaffen: In intimen Eins-zu-einsPerformances erzählt jeweils ein Schauspieler oder eine Schauspielerin einem gegenübersitzenden Zuschauer eine der Geschichten von Lieblingsorten in Aleppo. Nichts lenkt ab, keine Bilder, keine Musik, keine Bewegung, nur Sprache. Jemand erzählt, und ein anderer hört zu. Und vor dem inneren Auge des Hörenden entstehen Bilder, eigene Bilder, Bilder von Orten, die sich mit Leben füllen, obwohl es sie vielleicht gar nicht mehr gibt. (esc)

Künstlerische Leitung und Besetzung

Idee, Text & Realisation Mohammad Al Attar in Zusammenarbeit mit dem Theaterregisseur Omar Abusaada und der Bühnenbildnerin Bissane Al Charif
SchauspielSamuel Braun, Florian Denk, Jasper Engelhardt, Hans-Caspar Gattiker, Fabian Guggisberg, Denise Hasler, Lara Marian, Ingo Ospelt, Stephan Stock, Patrick Yogajaran
Recherche­interviews Sadik Abdul Rahman, Marcell Shehwaro, Odai Al Zoubi
Landkarten-DesignAlia Ramadan
Übersetzung Sandra Hetzl

Produktion

Produktionsleitung Meret Kiderlen
Produktion Das Stück wurde von Mohammad Al Attar konzipiert und uraufgeführt für «Why Are We Here Now?», ein Projekt des Hauses der Kulturen der Welt (HKW) im Rahmen von «100 Jahre Gegenwart». Die Aufführung am Theater Spektakel ist eine Koproduktion von Zürcher Theater Spektakel und HKW
Foto Joachim Dette
Premiere Haus der Kulturen der Welt (HKW) Berlin, September 2017

Rote Fabrik, Aktionshalle

Lageplan

THEATERPERFORMANCE

Eins-zu-eins-Performance

Dauer

40 Min.

Sprache

Deutsch, Vorstellung um 17.00 Uhr jeweils Englisch

Ein inklusiver Anlass

Zugänglich mit Rollstuhl

Inklusion

Die Produktion eignet sich für sehbehinderte Menschen

Hinweis

Für die 1:1-Performance, die jeweils nur von 10 Personen besucht werden kann, gibt es keine Abendkasse.

Links

Vorstellungen

Vorstellungen ab heute
  • Fr 17.08. 16:00 - 16:40 Keine Abendkasse 
  • Fr 17.08. 17:00 - 17:40 Keine Abendkasse 
  • Fr 17.08. 18:00 - 18:40 Keine Abendkasse 
  • Fr 17.08. 20:00 - 20:40 Keine Abendkasse 
  • Fr 17.08. 21:00 - 21:40 Keine Abendkasse 
  • Fr 17.08. 22:00 - 22:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 14:00 - 14:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 15:00 - 15:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 16:00 - 16:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 17:00 - 17:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 19:00 - 19:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 20:00 - 20:40 Keine Abendkasse 
  • Sa 18.08. 21:00 - 21:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 14:00 - 14:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 15:00 - 15:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 16:00 - 16:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 17:00 - 17:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 19:00 - 19:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 20:00 - 20:40 Keine Abendkasse 
  • So 19.08. 21:00 - 21:40 Keine Abendkasse 
  • Mo 20.08. 18:00 - 18:40 Keine Abendkasse 
  • Mo 20.08. 19:00 - 19:40 Keine Abendkasse 
  • Mo 20.08. 20:00 - 20:40 Keine Abendkasse 
  • Mo 20.08. 21:00 - 21:40 Keine Abendkasse 

Spielplan