Schweiz  / Tunesien

Tim Zulauf / KMUProduktionen

Trollhaus - Maison de Trolls

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Mit seiner neuesten Arbeit begibt sich Tim Zulauf, ein Meister in Sachen Transdisziplinarität, ins Reich der Trolle: Vier InternetaktivistInnen rufen mit einem Kongress auf zur Selbstermächtigung im digitalen Raum. Schliesslich ist eine von ihnen durch Bot-Angriffe auf ihre Haushaltmaschinen fast ums Leben gekommen. In der dokumentarisch-theatralen Installation werden nun Gegenmassnahmen verhandelt. Den Input lieferten zwei Workshops, die Zulauf mit NetzaktivistInnen aus Tunesien und aus der Schweiz durchgeführt hat. In offenen, 70-minütigen Loops entwickeln vier DarstellerInnen und ein Perkussionist einen vielschichtigen Kosmos, in dem die brennenden Fragen des Cyber-Zeitalters erlebbar werden: Wer kontrolliert wen womit? Wem lässt sich vertrauen? Und welche Körperlichkeiten und Politiken entstehen in den Vernetzungen von Virtualität und Realität? (esc)

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Willkommen im Trollhaus! Tim Zulauf, Schweizer Theaterregisseur und Meister in Sachen Transdisziplinarität, lädt zu einem Kongress im Reich der digitalen Trolle. Bereits vergangenes Jahr hat er mit der Produktion «La porte portable» zum wirtschaftlichen und politischen Verhältnis Schweiz–Tunesien ein höchst komplexes Thema, das sich nicht a priori für eine Umsetzung auf der Bühne aufdrängt, in eine facettenreiche, mit allen Sinnen erfahrbare theatrale Installation «über­setzt». Auch die Ausgangssituation seiner neuesten Produktion «Trollhaus» ist weit verzweigt. Es geht um das Geflecht von Fra­gen, das sich zwischen virtuellen und realen Welten, Mikro­ und Makropolitiken und zwischen den Kontinenten auftut. Oder an­ders gesagt: Es geht um Gemeinschaftsbildung im Zeitalter digitaler Kommunikation. Vier InternetaktivistInnen, Unterneh­merInnen und Kulturschaffende rufen mit einem interkontinentalen Kongress auf zur Selbstermächtigung im digitalen Raum. Schliesslich ist eine von ihnen durch Bot­ Angriffe auf ihren häuslichen Maschinenpark fast ums Leben gekommen. Darüber hinaus erschweren kommerziell kontrollierte Struk­turen die zukunftsweisenden Aktivitäten im Netz – gerade wo es um das Machtgefälle zwischen Norden und Süden geht. Wie lassen sich neben Troll-­Attacken, undurchsichtigen Mittelsmännern und Zensurmassnahmen neue Sprechweisen und Besitzverhältnisse ent­wickeln? Welche Formen des Widerstands sind heute denkbar zwischen digitaler Organisation und realräumlichen Protestaktionen? Zulauf legt seine theatrale Installation als visionären Denkraum an, in dem das Publikum in den vergemeinschaftlichten, transnationalen Um­gang mit digitalen Möglichkeiten einbezogen wird. Bis ruchbar wird, dass ein übergreifendes Bewusstsein den Kongress mitgestaltet …

Die dokumentarische Klammer zum Pro­jekt lieferten zwei Workshops zur Geschichte des Internetaktivismus. Durchgeführt hat sie der Regisseur mit CyberaktivistInnen, Blog­gerInnen und Medienkünstlerinnen aus dem deutschsprachigen Raum und aus Tunesien – auch im Rückblick auf die arabische «Facebook­ Revolution». In der künstlerischen Umsetzung entwickeln die vier DarstellerInnen, Riad Hamdi und Najoua Zouhaïr aus Tunis und Vivien Bullert und Christoph Rath aus Zürich, zusammen mit dem tunesischen Musiker Jihed Khmiri in offenen, rund 70­minütigen Variationen einen sich ständig verändernden Kosmos, in dem die brennenden Fragen des Cyberzeitalters erlebbar werden: Wem kann man vertrauen? Wer kontrolliert wen und womit? Und welche neuen Gemeinschaften entstehen aus den Verflechtungen von Virtu­ alität und Realität? (esc)

Künstlerische Leitung und Besetzung

Text & ProjektTim Zulauf mit Azyz Amami, Lina Ben Mhenni, Cahine Gharbi, Haythem El Mekki, Jessica Huber, Wala Kasmi, Shusha Niederberger, Cornelia Sollfrank, Alexander Tuchaček, Christoph Wachter & Mathias Jud und Cecily Walti
SchauspielVivien Bullert, Riad Hamdi, Christoph Rath, Najoua Zouhaïr
Musik & PerkussionJihed Khmiri
DramaturgieAndreas Storm
Bühne, KostümMonika Schori
LichtMichael Omlin
SoundSusanne Affolter
Œil extérieurAlexander Tuchacek, Shusha Niederberger
ProduktionsleitungKatharina Balzer
AssistenzSarah E. Müller 

Produktion

ProduktionKMUProduktionen
KoproduktionZürcher Theater Spektakel, Biennale Dream City Tunis, unterstützt von Gessnerallee Zürich
FörderungStadt Zürich Kultur, Robert Bosch Stiftung – Szenenwechsel
FotoNao Maltese

Theatrale Installation

Premiere, Koproduktion

Dauer

3:30 Std., Eintritt jederzeit möglich

Sprache

Deutsch, Französisch, Arabisch

Ein inklusiver Anlass

Zugänglich mit Rollstuhl Mit Audodeskription

Hinweis

kein Vorverkauf, Abendkasse direkt beim Saal
MI 23. August mit Audiodeskription

Links

Vorstellungen

Vorstellungen ab heute
  • Sa 19.08. 18:30 - 22:00 CHF 15.-
  • So 20.08. 18:30 - 22:00 CHF 15.-
  • Mo 21.08. 18:30 - 22:00 CHF 15.-
  • Di 22.08. 18:30 - 22:00 CHF 15.-
  • Mi 23.08. 18:30 - 22:00 CHF 15.-

Spielplan