Bildende Kunst am Theater Spektakel

1/4 Walid Raad: Les Louvres and/or Kicking the Dead
2/4 Julius von Bismarck: I like the flowers
3/4 Tim Etchells: Neons and LEDs
4/4 House of mixed Emotions: Interzona

In den letzten zehn Jahren hat nicht nur eine Renaissance der Performance-Kunst in der bildenden Kunst stattgefunden, sondern auch eine wachsende Zahl von Bühnenkünstlerinnen und -künstlern hat Arbeiten für Ausstellungsräume oder andere museale Kontexte entwickelt. Gleichzeitig ist eine Generation junger Kunstschaffenden herangewachsen, die selbstverständlich in mehreren Medien arbeitet. Neu gegründete Performance-Biennalen wie die Performa in New York oder die Performatik am Brüssler Kaaitheater geben solchen Projekten einen Raum. 

EIN SPIEL MIT FAKTEN UND FIKTION– WALID RAAD

Walid Raad hat seine internationale Karriere damit begonnen, dass er die Atlas Group Archives, ein Archiv des Libanon-Kriegs, aufgebaut hat. In Lectures hat er das teils dokumentarische, teils fiktive Material präsentiert. Diese Mischung aus Fakten, Fiktion und Verschwörungstheorie prägt seine Arbeiten ebenso wie die Frage, welchen Einfluss die Kriege und Krisen im Nahen Osten auf die Kunst haben. Seine neue Arbeit beschäftigt sich mit den absurden Umständen des Baus des Louvre Abu Dhabi. Zur Produktion.

Civilizationally we do not dig holes to bury ourselves
- ein fiktives Interview mit Walid Raad

NATURFORSCHUNG RADIKAL – JULIUS VON BISMARCK

Julius von Bismarcks spektakuläre Performance an der Art Basel 2015 hat ihn schlagartig in der Schweiz bekannt gemacht: Drei Tage lang lebte er auf einer schnell drehenden Scheibe mitten in der Ausstellungshalle. Wem beim Zuschauen nicht schlecht wurde, erlebte einen radikalen Künstler mit Humor. Zu seinen Arbeiten zählen interventionistische Objekte wie der «Image Fulgurator», eine Maschine zu Live-Manipulation von Fotos, für die er den Kunstpreis der Ars Electronica Collide des CERN erhielt. Immer wieder hat er aber auch Projekte in der Natur oder zu Naturphänomenen realisiert wie etwa die Installation «I like the flowers», die am Theater Spektakel zu sehen ist. Zur Installation.

Interview auf der drehenden Scheibe

Arte über seine Naturprojekte

COLLECTING LANGUAGE – TIM ETCHELLS

Tim Etchells Kunst ist Sprache. Auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Er ist als Regisseur, Autor und Kopf der englischen Theatergruppe Forced Entertainment seit Jahrzehnten eine prägende Figur auf internationalen Bühnen. Fast genauso lang schreibt er viel gelesene Essays und Theoriebeiträge über zeitgenössische darstellende Kunst. In jüngster Zeit sind Textinstallationen für den musealen und den öffentlichen Raum dazugekommen. Sie sind wie seine übrigen Werke: minimalistisch, schlau und humorvoll. Zur Installation.

Tim Etchells über das Sammeln von Sprache

KUNST TANZEN – HOUSE OF MIXED EMOTIONS

Es geht auch mit weniger Worten – und lauter: Das Duo House of Mixed Emotions (Lhaga Koondhor und Jan Vorisek) und der Zürcher Künstler Manuel Scheiwiller haben für das Theater Spektakel zwei Abende zwischen elektronischer Musik und bildender Kunst kuratiert. Zu House of Mixed Emotions.

Portrait über H.O.M.E. zum 5. Geburtstag