Das Theater Spektakel in Zeiten von Corona

Laurie Anderson (© Ebru Yildiz)

Wie geht Theater Spektakel in Zeiten von Corona? Beispielsweise so:

 

COLLECTIVE LISTENING: Gemeinsam auf der Picknickdecke Radio hören – mit Abstand

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Anderson, die libanesische Band Mashrou’ Leila, der Performer Nashilongweshipwe Mushaandja aus Namibia und der kenianische Storyteller Ogutu Muraya sind dabei, je ein musikalisch-narratives Audioprojekt für Zürich zu entwickeln. Alle stecken in Ländern fest, die sich in sehr unterschiedlichen Phasen der Pandemie befinden, und erzählen mit den Mitteln ihrer Kunst von einer Welt, in der Corona nur eine der Herausforderungen ist. In Zürich sitzen die Zuhörer*innen in kleinen Gruppen auf der Landiwiese auf Picknickdecken um je ein Radio herum und hören gemeinsam Musik und Geschichten aus der Welt.

PS: Für die vier Collective Listenings suchen wir Radios – ganz normale Radiogeräte, grosse, kleine, Radiowecker, Transistorradios, Kofferradios, Taschenradios –, die Sie nicht mehr brauchen oder wollen. Wer eines oder mehrere abzugeben hat oder uns leihweise zur Verfügung stellen würde, melde sich bitte mit Name und Telefonnummer unter requisite@theaterspektakel.dont-want-spam.ch.

 

DER POSTKOLONIALE PLANET

Seit Jahren beschäftigen sich im Rahmen des Festivals Künstler*innen und wissenschaftliche Expert*innen aus dem Globalen Süden mit den Verhältnissen und Strukturen, die die Kolonialzeit hinterlassen hat. In dieser Festivalausgabe erzählen mehrere Projekte von den Mechanismen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die sich daraus entwickelt haben, und deren ökologischen Folgen: Das reicht von einem Beitrag über die brennenden Wälder im Amazons (eines von zwei Talking on Water-Webinaren) über eine mit Live-Elementen angereicherte Musik- und Videoinstallation zum Kobaltabbau im Kongo («Herkules von Lubumbashi» von Dorine Mokha & Elia Rediger) bis zu einer Geschichte, die bereits die Umweltbewegung in Ostafrika prägte (Ogutu Murayas Collective Listening-Abend).

 

KEIN FESTIVALBETRIEB AUF DER WIESE

Sie werden fehlen und vermisst werden: L’Andis, Cantina, Lido, Mama Put, Röhrlibar, Tao Yuan, Zentralbar und Le cochon vert – die Bars und Beizen auf der Landiweise. Ebenso die Strassenkunst, der Bazar und das Karussell sowie das Shuttle-Schiff, das jeweils am südlichen Ende des Festivalgeländes anlegt. Denn bei der diesjährigen Spezialausgabe des Theater Spektakels gibt es keinen Festivalbetrieb auf der Landiwiese, dafür aber Installationen und einzelne Veranstaltungen.

Im Rahmen der Veranstaltungen gibt es ein reduziertes gastronomisches Angebot; Informationen dazu finden Sie ab dem 3. August auf unserer Website.

 

17.07.2020